Wir beziehen die in Kalabrien unter ökologischen Bedingungen angebauten und von legal beschäftigten Migranten geernteten Früchte ohne Zwischenhändler. Der Gewinn fließt zum überwiegenden Teil zurück an Mediterranean Hope (MH), dem Geflüchtetenprogramm der Föderation Evangelischer Kirchen in Italien. Es ist beeindrucken, wie sich MH gegen die Unsichtbarkeit der Migranten (Orangenpflückarbeit ist Männerarbeit) und das Wegsehen Europas einsetzt. Ebenso ist es beeindruckend, wie sich die Orangenaktion innerhalb von 5 Jahren in Deutschland entwickelt hat. Zuletzt waren Mitarbeiterinnen von MH auf dem Kirchentag in Hannover, um dort von ihrer Vereinsarbeit bei „SOS Rosarno“ zuberichten. (Eine Gruppe von Aktivisten, Landwirten und Tagelöhnern gründeten diesen Verein, um Migranten mit regulären Arbeitsverträgen, Tariflöhnen sowie Sozialbeiträgen zu beschäftigen. Der Verein organisiert den direkten Verkauf an Bioläden und Gruppen, die aus solidarischen Konsument*innen bestehen.) So gelingt es, gerade im Kontext von kirchlicher Eine-Welt-Arbeit, Ungerechtigkeit beim Namen zu nennen und sich für menschenwürdige Lebensbedingungen einzusetzen.
Lebensmittel haben Geschichten, die erzählt werden wollen