Begleitmaterial Blaue Stunde

August

Es war wieder ein sehr schöner Sommerabend mit über 70 Teilnehmenden. Auch wenn das Thema (Schuld und Vergebung) natürlich ernst und schwer war, sorgten das Wetter, die Atmosphäre, die Musik und die freundlichen Menschen für eine angenehme Leichtigkeit. 

5 + 1 Schritte aus der Andacht:

1. Zu meinen Schwächen und Fehlern stehen. Das klingt so einfach. Ist es aber nicht. Jesus hat am Kreuz gesagt: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“. So geht es uns wohl auch gelegentlich.

Als bestes Gegenbeispiel wird - zurecht - immer wieder unsere Bischöfin Margot Käßmann genannt. Sie erinnern sich? Alkoholfahrt. Sie hat ohne Umschweife alles zugegeben und die Konsequenzen gezogen. Sie hat ihr Job verloren, aber ihre Würde behalten.

2. So leben, dass diese Welt nicht vollends den Bach runter geht. Mit meinen bescheidenen Möglichkeiten. Ich werde die Welt nicht retten, aber mehr und mehr meinen kleinen Beitrag dazu leisten. Und wenn alle anderen mitmachen ...

3. Immer wieder um Vergebung bitten. Die Fachleute sind sich einig: Für ein glückliches und zufriedenes Leben muss man vergeben können. Sonst wird das nichts. Sie wollen doch glücklich und zufrieden leben. Also …

4. Schaden, den ich angerichtet habe, wieder gut zu machen - einen Ausgleich schaffen. Wie gut das tun kann lernen wir z.B. an der Straßenverkehrsordnung. Wenn bin ich geblitzt werde, zahle ich meine Strafe und gut ist. Wenn es nur immer so einfach wäre. Aber es lohnt sich, nach Ausgleich zu suchen. Auch wenn das nicht immer klappt.

5. Unrecht muss als solches benannt werden. Wir Christen haben manchmal die Tendenz, über alles den Mantel der Barmherzigkeit zu legen und alles zu verstehen und zu vergeben. Das ist gut und schön. Aber Unrecht muss benannt, verfolgt und bestraft werden. Wenn jemand seine Maske nicht aufsetzt, muss er ein Bußgeld zahlen. Fertig.

Und vor allem: danke ich Gott immer wieder dafür, dass er mich so gut im Blick hat - im besten Sinne. Und mich kennt wie kein anderer. Und auf mich achtet. Auf seine liebevolle, wohlwollende, großzügige und versöhnlich Art.

Denn für Menschen, die an Gott glauben, ist das enorm wichtig.

Burkhard Grahe

Juni

Wie schön: die erste Andacht konnten wir unter freiem Himmel feiern. Punktlich um 17.30 war die Sonne da. Das Foto zeigt die - coronabedingt - luftige Aufstellung der Stühle. Immerhin waren über 50 Menschen gekommen, um mit uns zu feiern. Am Piano hat uns Daniel Morgner hervorragend begleitet. Auch wenn die Stimmung durch die Pandemie ziemlich gedämpft war, war es doch ein schönes Zusammensein. Wir freuen uns schon auf die nächsten Andacht am 26. Juli. 

Politik / Gesellschaft

In der Andacht ging es um unsere persönliche Veränderung. Aber eine Krise wie die Corona-Krise legt nahe, auch über die Zukunft unserer Gesellschaft nachzudenken. Hier kommen ein paar Anregungen: 

Videos

  • Harald Welzer, Soziologe und Sozialspychologe (Youtube)
  • Maja Göpel, Generalsekretärin im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung (Youtube)
  • Hartmut Rosa, Soziologe, Politikwissenschaftler (Youtube)

Bücher

Burkhard Grahe