Die Zehn Gebote

1. Gebot
2. Gebot
3. Gebot
4. Gebot
5. Gebot
6. Gebot
7. Gebot
8. Gebot
9. Gebot
10. Gebot


Das 1. Gebot: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“
Dieses ist nicht zufällig das erstgenannte Gebot. Es ist das wichtigste und steht über allen anderen. Außerdem wird hier Gott als der eine und einzige betont. Es ist ein Gott, der für Freiheit sorgt und Befreiung will, nicht Unterdrückung. An den einen Gott zu glauben soll frei machen von anderen Abhängigkeiten (anderen Göttern).
Man kann bei den Zehn Geboten darum auch von den „Zehn Freiheiten“ sprechen. Z.B. so: „Du bist befreit, weil ich, dein Gott, dich aus der Sklaverei geführt habe. Begib dich nicht in neue Abhängigkeiten!“
Und Sie können sich frei nach Martin Luther fragen: „Woran hängt mein Herz?“ Was nimmt in meinem Leben eine hervorragende Stellung ein? (Geld, Arbeit, Ansehen, Fußball...)
Enno, der Künstler dieser Skulptur: „Wie haut man das erste Gebot in Stein? Wie setzt man überhaupt Worte in Bilder um?
Ich bin der Herr, Dein Gott..... Das klingt schon ein wenig absolut und autoritär. Aber wenn man sich etwas länger mit diesem Gebot beschäftigt merkt man schon nach kurzer Zeit das dies auch ein Versprechen ist. Da ist das Versprechen, dass sich Gott um einen kümmert und sich auch für alle Probleme zuständig fühlt. Da ist kein Göttergezicke wie im Olymp, mit unterschiedlichen Zuständigkeiten und Eifersüchteleien, nein, da ist ein Gott auf den man sich verlassen kann und der unabhängig von Herkunft, Stand und Vorgeschichte Orientierung und Sicherheit gibt.
Das ist natürlich nicht zum Nulltarif. Man muss sich auch darauf einlassen, und nicht im Falle von Problemen Zuflucht suchen bei anderen vermeintlichen Heilsbringern.
Denn das Versprechen: Ich bin der Herr dein Gott... , ist auch mit dem Zusatz: Du sollst keine Götter haben neben mir, verbunden. Dies ist aber keine Einschränkung sondern auch ein Stück Freiheit. Denn wenn es nur einen Gott gibt der sich um mich kümmert, der mich kennt und um mich weiß, muss ich auch keine Angst vor anderen haben. Man kann es ja eh nicht allen recht machen.
Aber wie setzt man das um. Den ersten Anstoß gab Oliver Pohl. Da die Gebote ja vor 3000 Jahren nach dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten entstanden sind, ist die Pyramide als absolute Form und Zeichen des zum Himmel gewandten eine passende Symbolik.
Aber egal, was auch immer die Menschen bauen mögen, sei es scheinbar noch so mächtig und zeitlos, über allem steht Gott. Als Symbol dafür habe ich einen Stern gewählt, den man auch als Kreuz oder Windrose deuten könnte.
Den Stern als Symbol des Lichtes, das auch die größte Dunkelheit erhellen kann, das Kreuz als Zeichen Gottes, und die Windrose als Hinweis auf die Orientierung die uns Gott anbietet.“ (nach oben)


Das 2. Gebot: „Du sollst dir kein Bildnis machen!“
Vielleicht fehlt dieses Gebot in Ihrer Erinnerung. Die meisten von uns haben die Gebote so in Erinnerung, wie sie in der katholischen und lutherischen Tradition gelehrt werden. Das Gebot, sich kein Bild von Gott zu machen gehört darin - gedanklich - zum ersten Gebot. In anderen Traditionen (z.B. der orthodoxen und reformierten Kirche) gilt das Bilder-Verbot als zweites Gebot.
Wir sind in unserem Kunst-Projekt der Vorgabe des Ökumenischen Forums Garbsen gefolgt, das dieses Projekt initiiert hat. Darum ist unsere Zählung ein wenig anders als gewohnt.
Ursprünglich ging es darum, sich kein Bild von Gott zu machen, um es dann als Gott selbst anzubeten. Das Volk Israel hat genau das in der bekannten Szene vom „Tanz um das goldene Kalb“ gemacht
(2. Mose 32,4). Und Mose musste dieses Bildnis zerstören, damit die Menschen wieder zu Gott zurückfinden konnten.
Es geht nicht darum, sich überhaupt kein Bild, keine Vorstellung von Gott zu machen. Wir Menschen können ja gar nicht anders von Gott sprechen als in menschlichen Bildern und Vorstellungen. Die Bibel ist voll von solchen Aussagen: Gott ist wie ein Fels, eine feste Burg, ein guter Vater (Vaterunser), ein guter Hirte (Psalm 23), ein gerechter Richter.
In unserem Kunstprojekt ging es den Teilnehmern noch um einen anderen, sehr aktuellen Aspekt. „Du sollst Dir kein Bildnis machen“ wurde da auch verstanden, als Aufforderung, sich generell nicht abhängig zu machen von äußeren Dingen. Also nicht Äußerlichkeiten so wichtig zu nehmen, dass sie sozusagen zum Gott, oder besser gesagt: zu einem Götzen werden.
Peter, der diese Skulptur gemacht hat, hat offen gelassen, ob sie ein Bild darstellt, in das man alles Mögliche „hineinsehen“ kann oder einen Spiegel, in dem man immer nur sich selber sieht.
Martin Luther soll gesagt haben: „Das, woran du dein Herz hängst, ist dein Gott.“
Also: das was uns wirklich wichtig ist, dass ist - sozusagen - unser Gott.
Und dass, was wirklich wichtig ist, können eben auch Äußerlichkeiten sein wie: das Auto, die äußere Erscheinung meines Körpers, Kleidung, Schmuck, das Haus, der tolle Urlaub,…
Für uns war das sozusagen die aktuelle Umkehrung: nicht wie das Volk Israel sich ein Bildnis von Gott gemacht hat (das Goldene Kalb) war uns wichtig, sondern dass in unserer Zeit häufig Bilder (also Äußerlichkeiten) zum Wichtigsten im Leben werden. Das Gebot möchte uns davor warnen und helfen, uns von Äußerlichkeiten unabhängig zu machen. (nach oben)


Das 3. Gebot: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.“
Im Kleinen Katechismus von Luther (der Version der 10 Gebote, die die meisten von uns kennen) steht dieses Gebot an zweiter Stelle.
In einem Text, der die Gebote in Befreiungstexte umformuliert hat, steht: „Du bist befreit von namensloser Angst und Aberglauben, du kannst den Namen Gottes anrufen, Deine Hilflosigkeit braucht außer ihm keine andere Adresse.“ Ich finde, das ist sehr schön formuliert.
Wir sind in unserem Vorgespräch aber noch auf eine andere Seite dieses Gebotes gestoßen: Viele Menschen und Gruppen missbrauchen heute den Namen Gottes, um ihre eigenen (oft zweifelhaften) Ziele zu erhöhen: Terroristen, Mörder, Politiker, Eltern, Lehrer, ja auch Geistliche, handeln im Namen Gottes und richten damit nicht selten Schaden an.
Ich muss mich also entscheiden: wer oder was an die oberste Stelle in meinem Leben gehören soll. Wer sitzt für mich auf dem höchsten Thron? Gott – oder ich selbst?
Die Skulptur stellt eine Treppe dar, die zu einem Thron führt. (nach oben)


Das 4. Gebot: „Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun.“
Auch dieses Gebot ist sehr aktuell: Immer wieder wird die Sonntagsruhe - der arbeitsfreie Sonntag - in Frage gestellt. Was eine Welt ohne Sonntage bedeuten würde, hat die Kirche mit ihrem Slogan deutlich gemacht: „Ohne Sonntag gäbe es nur noch Werktage!“
Wie gut, dass wir uns bei der Einhaltung von Ruhetagen auf keinen geringeren als Gott berufen können.
Martin hat das mit seiner Skulptur umgesetzt. Es ist der einzige Stein mit einem großen Loch = Freiraum. Dieses Loch gewährt zugleich den Durchblick auf unsere Kirche, stellvertretend für Gott, Glaube, Spiritualität. Man muss sich eigentlich vor den Stein ins Gras legen, sich also entspannen (am besten im Sommer), um diesen Durchblick zu genießen.
Die sieben Tage der Woche sind angedeutet durch sieben unterschiedliche Felder. Dem Sonntag, als dem wichtigsten Tag, ist das größte Feld vorbehalten, deutlich getrennt von den anderen durch einen Einschnitt im Stein. Der Sonntag bietet eine glatte (harmonische) Fläche im Gegensatz zu den rauhen Werktagen. (nach oben)


Das 5. Gebot: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.“
Dieses Gebot ist nicht an Kinder gerichtet, sondern an die erwachsenen Söhne, die zur Versorgung der Eltern verpflichtet waren, wenn sie alt wurden. Der Verlust der Leistungskraft sollte nicht mit dem Verlust der Freiheit einhergehen. Das Gesetz schließt auch ein, den Eltern ein würdiges Begräbnis zu geben. Es ist das einzige der 10 Gebote, das eine Verheißung in sich trägt „auf, dass Du lange lebst ...“ Heute, in unserer Gesellschaft kann der „Generationenvertrag“ parallel dazu gesehen werden.
„Das Elterngebot hat mich am meisten angesprochen. Ich hatte sofort das Elend vieler alter Menschen in unserer Gesellschaft vor Augen. Auf meinem Stein sieht man es deutlich als Mahnung: Auf der einen Seite habe ich ein glückliches Paar abgebildet.Auf der zweiten Seite sind sie zu Eltern geworden. Und auf der dritten Seite sind sie alt geworden und müssen um ihren Lebensunterhalt betteln. Die Eltern wenigstens ein klein wenig zu unterstützen wäre manchmal schon viel (und scheint oft zu viel verlangt zu sein). Es wäre ein kleiner erster Schritt, sie zu ehren, wie es im Gebot heißt.“ (Klaus) (nach oben)



Das 6. Gebot: „Du sollst nicht töten!“
Mit diesem Gebot beginnt die Reihe der uralten Menschheitsgebote, die das Volk Israel schon vorgefunden hat. Man erkennt sie an ihrer Kürze (und der damit verbundenen Prägnanz).
Positiv ausgedrückt: „Du bist befreit zum Leben. Darum setze dich für das Leben ein, wo immer es bedroht ist!“
Pedro hat in fünf Bildern dazu die ganze Bandbreite dieses Themas gestaltet. „Dieses Gebot beinhaltet für mich eigentlich alles. Es heißt: das Leben achten, unsere Umwelt hüten und für die Nachwelt bewahren, Respekt vor dem Anderen haben, schwächeren Menschen Schutz und Unterstützung geben.“
Die Symbole auf dem Stein:
Das Sämling und der Embryo: Symbole für die Entwicklung von Leben.
Die Ur-Mutter – das uralte Menschheitssymbol: die Lebenspendende, Nahrungsgebende, Hegende und Pflegende.
Die Ähren: Symbol für die Fruchtbarkeit der Natur, in der und von der wir leben.
Die offenen Hände: Offenheit, Hinwendung zum anderen, grüßen, helfen und keine Waffen tragen.
(nach oben)

Das 7. Gebot
„Du sollst nicht ehebrechen!“
Die Worte sind klar und eindeutig. Aber es wäre sicher zu kurz gegriffen, mit diesem Gebot nur den Ehebruch (das konkrete „Fremdgehen“) zu verbinden.
Für uns ging es in diesem Gebot in erster Linie um Liebe und Vertrauen. „Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst!“ so hat Jesus das Gebot erweitert und zum höchsten aller Gebote erhoben. Damit ist viel mehr gemeint, als nur nicht „fremd zu gehen“.
Sich auf die Treue des Partners verlassen zu können ist natürlich in einer Ehe oder Familie besonders wichtig. Aber nicht nur unter Ehepartnern, auch in anderen Beziehungen spielt Vertrauen eine große Rolle. Ein Versprechen halten – das Eheversprechen oder ein anderes – ist für uns ein Grundgebot menschlichen Miteinanders. Es macht das tägliche Leben stabil und sicherer.
Positiv formuliert: „Du bist von Gott geliebt. Darum kannst du auch Liebe weitergeben und die Gemeinschaft anderer achten.“
Johannes hat seinen Stein streng elementar gestaltet: Ein gleichmäßiger, solider Quader bildet das Fundament auf dem zwei parallele, durchbrochene Linien (Verlässlichkeit, sich nicht gegenseitig einengen, Wissen um das Dasein des anderen - ohne zu behindern) zu sehen sind.
(nach oben)



Das 8. Gebot
„Du sollst nicht stehlen!“
Dieses Gebot ist in unserer Gesellschaft wohl immer aktuell. Als ich diese Worte schreibe, geht es in der Presse gerade um den großen Skandal um Steuerhinterziehung. Daran wird deutlich wie weit sich gerade viele Wohlhabende aus der Solidargemeinschaft verabschiedet haben. Nächstenliebe und ein Satz wie „Geben ist seliger denn nehmen!“ (Apg 20,35) werden offensichtlich in Teilen der Bevölkerung nicht mehr verstanden. „Geiz ist geil!“ ist eine Grundhaltung von vielen. Zu dieser Grundhaltung gehört es auch, in Kauf zu nehmen, dass durch unseren Wohlstand Menschen (auch Kinder) und Tiere aufs Brutalste ausgebeutet werden (siehe Massentierhaltung, Kinderarbeit,...).
Positiv gewendet lautet dieses Gebot: Du bist befreit von Habgier und Geiz. Darum nimm nicht weg, sondern gib ab.
An der Tatsache, dass Besitz im alten Israel die materielle und auch die rechtliche Grundlage für Freiheit war, hat sich nichts geändert. Heute werden zunehmend große Teile der Bevölkerung durch Armut von vielen Rechten abgekoppelt. Zum Beispiel dem Recht auf Arbeit, dem Recht auf Wohnung,…
Hinzugekommen ist die große Unfreiheit der anderen, die durch Geiz und Habgier ihre eigene Freiheit aufgegeben haben, ohne es zu merken.
Die Skulptur, die Heino dazu gemacht hat, wirkt auf den ersten Blick harmlos. Wenn man genau hinschaut, ist aber die Beschädigung deutlich zu sehen. Es fehlt etwas Entscheidendes (einer der Kreise). Das stört die Balance. Aber: Es ist noch nicht zu spät. Etwas von dem Fehlenden ist noch zu sehen. Die Skulptur vermittelt damit den Eindruck: wir können den Prozess stoppen und wieder umkehren.
(nach oben)

Das 9. Gebot
„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ Ursprünglich bezog sich dieses Gebot auf die Aussage vor Gericht, es betraf also die Rechtssprechung. Der Zeuge musste die Wahrheit sagen, damit kein Falscher zu Schaden kam, sprich seinen Besitz, seinen guten Ruf oder sogar sein Leben verlor. Doch das Gebot kann aktuell sowohl auf die Rechtsprechung als auch auf das alltägliche Leben bezogen werden. Es geht darum, die Wahrheit zu sagen. Doch welchen Stellenwert hat dieses Gebot in unserer Gesellschaft noch? Haben wir uns nicht längst daran gewöhnt, dass z.B. viele Politiker, Wirtschaftbosse, Experten,… lügen? Und wer hätte nicht schon mal bei der Steuererklärung oder Ähnlichem ein wenig geflunkert? Statistiker behaupten, dass wir durchschnittlich 200 mal am Tag lügen (oder wenigstens von der Wahrheit abschweifen).
Es gehört manchmal viel Mut dazu, die (unbequeme) Wahrheit zu sagen.
Und in anderen Situationen kann Lügen sogar eine moralische Pflicht sein (siehe Drittes Reich). Andererseits: wohin käme es mit der ganzen menschlichen Gesellschaft, wenn Keiner mehr dem Worte eines Anderen vertrauen könnte?
Es geht also um Vertrauen. Und wie bei allen Geboten, geht es auch bei diesem letztlich um Freiheit. Dieses Gebot soll uns befreien. Wer von uns hätte nicht schon erlebt, wie leicht man sich in Lügen verstrickt.
Darum könnte die befreiende Botschaft so lauten: „Du bist befreit dazu, wahrhaftig zu leben. Darum kannst du auch anderen offen und ehrlich begegnen und vertrauen.“
Lutz hat mit seiner Skulptur das Spannungsfeld zwischen bewussten, unwahren Behauptungen, das einfache Verschweigen der Wahrheit und die konsequenten Haltung zur Ehrlichkeit zum Ausdruck bringen wollen.
Der Betrachter erkennt einen erhobenen Zeigefinger oder vielleicht doch die schwörende Hand?
Der Blick wandert weiter abwärts über spitze Formen, welche die unbequemen Wahrheiten und Notlügen und deren möglichen Konsequenzen widerspiegeln. Die zwei unterschiedlichen Seiten des Steins unterstreichen schließlich ein Wechselspiel, in dem die raue Seite für bewusste Irreführung und die glatte Seite für Wahrhaftigkeit steht.
(nach oben)



Das 10. Gebot
„Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.“
Im Unterschied zu den anderen Geboten geht es hier nicht ums Tun, sondern um die Einstellung. Nicht erst das vollzogene Stehlen (oder der Ehebruch) sind verboten, sondern schon der Wunsch danach. Jesus stellt genau das in seinen Antithesen („Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist…“ - „…Ich aber sage euch…“) in der Bergpredigt (Matthäus 5,21 ff) ausdrücklich heraus.
Mit diesem Gebot bekommen die anderen noch mal eine besondere Tiefe. Nicht nur das, was juristisch verfolgbar ist, spielt eine Rolle. Viel wichtiger ist die innere Haltung. Zusammen mit dem ersten Gebot, in dem es um unseren Glauben geht, bildet das letzte sozusagen die Klammer um die Gebote. Glauben, Vertrauen, Liebe sind die positive Grundwerte – Neid, Habsucht, Hass,… die negativen.
Rüdiger (der Künstler) schreibt dazu:
„Die dargestellte Menschenfigur ist im Begriff, mit ihren ausgebreiteten Armen Gebäude, Menschen, Vieh „und alles, was sein ist“ an sich zu raffen. Ist ein Mensch derartig besitzergreifend, überschreitet er wichtige, für das soziale Miteinander unverzichtbare Grenzen. Seit der Entstehung menschlicher Zivilisationen gelten in allen Kulturen Übergriffe in die Privatsphäre eines „Nächsten“ als gewaltvoll, sie sind in sozialen Gemeinschaften unannehmbar und werden als Tabubruch geahndet. „Begehren“ bedeutet Neid und Habsucht, davor warnt das 10. Gebot: Was für widerrechtliches Aneignen fremden materiellen Eigentums gilt, betrifft erst recht das Eindringen in die Intimsphäre anderer oder – modern – die Verletzung des Datenschutzes.“
Positiv formuliert: Gott gibt dir das zum Leben, was du brauchst. Darum bist du befreit davon, neidisch auf andere zu blicken.
(nach oben)



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