Fairtrade-Stadt:

Nachricht 25. Juni 2018

Garbsen verteidigt Titel

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Grafik: fairtrade-deutschland.de

Kommune erfüllt die fünf Kriterien / Auszeichnung gilt für weitere zwei Jahre
Von Linda Tonn

Garbsen. Garbsen darf sich weiter Fairtrade-Stadt nennen. Die Stadt erfüllt die fünf Kriterien und trägt für weitere zwei Jahre den Titel. Die Auszeichnung wurde erstmalig 2014 durch den gemeinnützigen Verein Transfair verliehen. Garbsen ist eine von 530 Fairtrade-Städten in Deutschland; bei der ersten Auszeichnung der Stadt vor vier Jahren waren es noch 227 Städte. Garbsen und Hannover sind die einzigen Fairtrade-Städte in der Region, Laatzen hat gerade eine Bewerbung abgegeben. „Die Bestätigung der Auszeichnung ist ein Zeugnis für die nachhaltige Verankerung des fairen Handels in Garbsen. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern“, sagt Bürgermeister Christian Grahl.

Vor vier Jahren erhielt die Stadt erstmals die Auszeichnung für ihr Engagement für den fairen Handel. Nachweislich müssen fünf Kriterien erfüllt werden. Bei offiziellen Terminen und Besprechungen des Bürgermeisters wird fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt, die Unterstützung des fairen Handels ist in einem Ratsbeschluss festgehalten, eine Steuerungsgruppe koordiniert zielgerichtet alle Aktivitäten. Zudem werden in Geschäften und in der Gastronomie Produkte aus fairem Handel angeboten. Weitere Kriterien sind Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung und die Berichterstattung der Presse über die Bemühungen vor Ort. Außerdem nimmt Garbsen jährlich an der bundesweit organisierten Fairen Woche teil. All das ist seit 2014 bewährte Praxis.

„Wir verstehen die bestätigte Auszeichnung als Motivation und Aufforderung für weiterführendes Engagement“, sagt Rebecca Neumann von der Fairtrade-Steuerungsgruppe. Sie will Garbsener motivieren mitzumachen: „Jeder Einzelne kann sich für fairen Handel und Nachhaltigkeit einsetzen, wenn er die gekennzeichneten Produkte kauft. Auch wer Fleisch- und Fischkonsum reduziert, auf Plastik verzichtet und jeden Kauf neuer technischer Geräte hinterfragt, leistet seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit.“

Solche Beiträge zu leisten, fällt für Verbraucher immer leichter: Einzelhandelsketten wie Edeka, Lidl, Aldi, Real oder Netto werben für die Produkte und richten gesonderte Regale ein. Das Sortiment wächst von Jahr zu Jahr, weil immer mehr Fairtrade-Organisationen den Handel organisieren und Kunden die Wirkung ihres Einkaufes kennen. Etabliert hat sich außerdem der einzige Fairtrade-Laden Garbsens in Berenbostel hinter der Kirchengemeinde Silvanus am Krippenhaus, Slevogtweg. Ehrenamtliche aus den Kirchengemeinden Silvanus und St. Maria Regina führen den Laden.

Wer in der Rathausterrasse oder in den Begegnungsstätten der Stadt Kaffee trinkt, hat gar keine andere Wahl: Dort wird nur fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt, ebenso in vielen Kirchengemeinden. Die Gemeinden, besonders die Kirchengemeinde Alt-Garbsen und die Jugendlichen um Diakonin Andrea Spremberg, sind seit Jahren Vorreiter und Motoren der Idee. Sowohl Alt-Garbsen als auch die rund 30 Ehrenamtlichen im Fairen Laden sind für ihr Engagement bereits ausgezeichnet worden.

Wer sich über seine Konsumentenrolle hinaus engagieren möchte, kann Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt werden. Nähere Informationen erteilt Carolin Röser von der Stadtverwaltung unter Telefon (0 51 31) 70 73 06 und nach einer E-Mail an fairtrade@garbsen.de.

Andrea Spremberg
Andrea Spremberg